„Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“ erkannte der dänische Philosoph Kierkegaard. So gesehen waren die Pharaonen der 4. Dynastie im Alten Ägypten wohl meistens schlecht gelaunt. Das Unglück begann mit Pharao Djoser, der vor etwa 4700 Jahren auf die Idee kam, für sich ein besonders eindrucksvolles Grabmal bauen zu lassen. Statt der bislang auch bei Pharaonen üblichen, eher schlichten Mastabas aus Lehmziegeln wollte er eine hoch aufragende Pyramide aus Stein. Was sein Baumeister nach einigen Versuchen auch ganz gut hinbekam. 62 Meter hoch war das Ding letztlich und Djoser konnte sich zufrieden einbalsamieren lassen.
Für seine Nachfolger war die Djoser-Pyramide jedoch nunmehr die Messlatte, um ihre eigene Wichtigkeit unter Beweis zu stellen. Jede nunmehr errichtete Pyramide musste ein Stück höher sein. Pharao Cheops gab sich erst mit einem fast 150 Meter hohen Bauwerk in zufrieden.
Doch dieser Wettlauf um immer größere Grabstätten konnte natürlich nicht endlos fortgesetzt werden. Eine Pyramide als Grabstätte macht ja nur Sinn, wenn sie noch zu Lebzeiten des Auftraggebers fertiggstellt werden kann. Und da war wohl mit der Cheops-Pyramide die Grenze des Machbaren erreicht.
Die Pyramide von Cheops Sohn Chephren ist daher ein paar Meter niedriger, als die von Vater Cheops. Aber Chephren fand einen Trick: seine Pyramide steht auf einem etwas höheren Untergrund und überragt die Cheops-Pyramide zumindest optisch …
Die folgenden Pharaonen bauten zwar eine Zeit lang weiter Pyramiden, verabschiedeten sich aber von dem zwanghaften Streben nach Superlativen und suchten andere Wege, die Nachwelt von ihrer Wichtigkeit zu überzeugen.
1000 Jahre später hatte sich dann im Tal der Könige ein anderes Konzept durchgesetzt: reich dekorierte Grabkammern im Untergrund mit üppigen Grabbeigaben. All das haben wir uns natürlich auch angesehen ;-))










